Aug 16
Wer eine Blog-Website erstellen möchte, bedient sich an bewährter Open-Source-Software. WordPress ist da eine beliebte Basis. Darauf basierend ergänzt man das System mit einem eigenen Design, den wichtigsten Plugins, Optimierungen und ist bald startklar. Will man aus Entwickler-Sicht Blog-Funktionalitäten in ein bestehendes System integrieren, muss man mehr darüber wissen, was hinter den Kulissen abläuft.
Ein solches Szenario kann – obwohl aufwändig – durchaus Sinn machen. Beispielsweise will ein News-Verlag Multi-User-Blogging-Funktionen in ihr bestehendes News-Portal integrieren. Oder es besteht schon ein Community-Portal, das nun auch Blogfunktionen bereitstellen soll.
Wir schauen WordPress als Vorbild an. Die Software (von Wordpress.org) kann auf dem eigenen Server installiert werden oder in einer Multi-User-Version auf Wordpress.com direkt online verwendet werden. Es ergeben sich folgende notwendige Funktionen für ein ausgereiftes Blog-System:
System-Funktionen
- XML-API fürs Erfassen von Artikeln mit Blog-Clients (auch offline)
- Trackback- und Pingback-Funktionalität (ausgehend/eingehend)
- Kommentarspam-Schutz (zB Akismet)
- Versionierung von Artikeln
- evtl Erweiterbarkeit durch Plugins (zB für Twitter-Publikation)
Redaktioneller Teil (Artikelerfassung)
- Felder für Titel, Haupttext, Auszug
- Bearbeitungsmöglichkeit des Permalinks (zB zu SEO-Zwecken)
- Editieren in HTML-Ansicht (Embedding von YouTube-Snippets etc)
- Benutzerdefinierte Felder (falls beispielsweise vom Theme erfordert)
- Publikationsworkflow (Draft, Review, Public)
- Sichtbarkeit (Public, Private, Password Protected)
- Zeitgesteuertes Publizieren (inkl. korrektem Versenden von Trackbacks)
- Tags und hierarchische Kategorien
Web Frontend
- RSS-Feed (Gesamt, pro Kategorie, für Kommentare)
- Möglichkeit für RSS-Redirect zu FeedBurner-URL (für Statistiken und E-Mail-Subscriptions)
- Vermeidung von Double Content (Hauptpage/Detailansicht)
- Darstellung von Kommentaren und Trackbacks
- Darstellung Tag-Cloud und Kategoriebaum
- Gravatar-Integration
- Benachrichtigung des Autors bei Kommentaren
- Optionale Benachrichtigung der Diskussionsteilnehmer bei Antworten
- Social Bookmarking Funktionen
Wie man sieht, reicht es bei Weitem nicht aus, einfach Newsartikel chronologisch aneinander zu reihen, die neusten zuoberst, und dazu ein RSS-Feed anzubieten. Beachten müsste man bei dieser Auflistung zudem, dass in einem “Standard-System” wie WordPress noch tausende von zusätzlichen Funktionen durch kostenlose Plugins ergänzt werden können.
\\ tags: blog
Jul 24
Die Einbindung von Google Analytics fürs Tracking von Website-Besuchern ist leicht gemacht: den zur Verfügung gestellen Tracking-Code einbauen. Was viele nicht wissen: mit Google Analytics lassen sich auch ausgehende Links (oder Download-Links und Flash-Events) messen.
Die _trackPageview-Funktion
Mit der _trackPageview-Funktion werden zusätzliche Events wie Flash-Events, JavaScripts-Events, File-Downloads, externe Links usw. auf der Website getrackt. Dabei kann ein „Dummy-Filenamen“ mitgegeben werden, unter dem der Event dann in der Statistik auftaucht.
Beispiel: Externer Link
<a href="http://www.example.com" onClick="javascript: pageTracker._trackPageview('/outgoing/example.com');">
Viel Spass beim Tracken von Downloads, JavaScript-Events, externen Links und alle möglichen anderen Dingen. Leider ist diese Methode noch nicht fürs schnelle Aufspüren des verlegten Autoschlüssels nützlich – wegen der Verzögerung der Berichte.
\\ tags: google analytics
Jul 20
Bisher gab es zur Frage, welche Sprache sich für das Web in Zukunft durchsetzen wird, keine klare Antwort, aber mit der Ankündigung des W3C, dass die Arbeiten an XHTML2 Ende dieses Jahres gestoppt werden sollen, scheint sich HTML5 als Sieger dieser “HTML-Wars” durchgesetzt zu haben.
Was macht aber HTML5 zum Favoriten gegenüber XHTML2?
- Semantische Elemente wie <header>, <nav>, <article> oder <footer> erleichtern den Aufbau des Seitenlayouts und liefern zugleich eine logische Beschreibung der Dokumentenstruktur.
- Tags wie z.B. <audio> oder <video> erleichtern die Einbindung von multimedialen Elementen ohne sich um Plugin-Abfragen kümmern zu müssen.
- Die Ausweitung der API um Funktionen wie Drag&Drop, Offline Browsing oder Geolocation machen es für Entwickler noch einfacher, ansprechende und interaktive User Interfaces zu entwicklen.
- Die Syntax ist – wie HTML4.01 – nicht so strikt wie XHTML. Standalone Tags wie <img> oder <br> müssen nicht zwingend abgeschlossen werden.
Gerade der letzte Punkt aber wird zu vehementen Diskussionen führen und eingefleischte Entwickler werden die Nase ob der erlaubten Nachlässigkeit beim Codieren rümpfen. XHTML2 ist ein Derivat von XML und jeder Tag muss sauber abgeschlossen werden. Dies ermöglicht ein schnelleres Rendering der Page, da der Browser sich nicht um Eventualitäten kümmern muss falls ein Tag offen gelassen wird.
Es scheint aber, dass HTML5 schnell Akzeptanz finden wird, da bereits grössere Projekte darauf basieren, wie z.B. Google’s Monsterprojekt Wave. Auch Devices, die auf der Webkit Rendering basieren, wie z.B. iPhone’s 3Gs oder Google’s Android, und auch Browser wie Opera 10 oder Firefox 3.5 bieten bereits eine fast 100%-ige Unterstützung der neuen HTML5-Tags.
Nichtsdestotrotz werden XHTML-codierte Seiten eine Daseinsberechtigung haben und nicht so schnell verschwinden. Heutige, auf XHTML-Standards codierte Seiten werden auch noch in 10, 20 Jahren korrekt gerendert, einfach weil die Syntax sauber ist und heute ein De Facto Standard ist.
Weitere Links zu HTML5:
Was denkt Ihr? Wird sich HTML5 durchsetzen, und wird XHTML2 sogar verschwinden? Wie lange geht es, bis Webentwickler wirklich alle Möglichkeiten von HTML5 ausschöpfen werden können?
\\ tags: html5, xhtml
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