Aug 12

Usability misst den Grad des Usererlebnisses und kann damit umschrieben werden, wie einfach es ist eine bestimmte Aufgabe zu erfüllen. Usability Guru Jakob Nielson umschreibt dies folgendermassen:

“Usability is a quality attribute that assesses how easy user interfaces are to use. The word “usability” also refers to methods for improving ease–of–use during the design process.”

Wenn ein Websitebesucher zu lange warten muss, oder unerklärliche Fehlermeldungen auftreten, wenn ein Checkoutprozess nicht intuitiv ist, oder wenn man sich unnötigerweise mühsam für etwas registrieren muss, wird das Erlebnis auf der Website geschmälert und der Besucher entwickelt ein negatives Bild gegenüber dem Präsentierer.

Vielfach genügt nur schon eine grössere Schrift um das grundlegende Bedürfnis nach klarer Lesbarkeit zu erfüllen. Oft wird vergessen, dass eine Internetseite nicht nur am Desktopbildschirm von 20-Jährigen angesurft wird, sondern auch von Senioren auf einem iPhone. Die Kombination von kleinen Schriften und schlechten Kontrasten schliesst eine potentielle Zielgruppe aus, die immer grösser wird.

Es gibt auch einige Regeln, die beim Design und der Umsetzung beachtet werden sollten. Wie z.B. die Limitierung der Hauptnavigationseinträge auf sieben, da das Kurzzeit-Gedächtnis nicht mehr speichern kann. Oder die 3-Klick-Regel, die besagt, dass ein User mit maximal drei Klicks zu seinem Ergebnis gelangen sollte (Wenn auch dies schwierig ist so universal zu definieren, da gewisse Prozesse wie eine Bestellung in einem Onlineshop durchaus sechs und mehr Klicks beinhalten kann.).
Weitere interessante Aspekte betreffen die Psychologie. Da gibt es z.B. das Baby-Duck-Syndrom, das besagt, dass Besucher sich an das erste Design gewöhnen und danach alle anderen basierend auf dem ersten beurteilen. Dabei zeigt sich oft, dass User eher Designs bevorzugen, die dem ersten ähnlich sind und andere für schlecht befinden. Oder Banner-Blindheit, eine Fähigkeit, die es ermöglicht, unwichtige Elemente wie Bannerwerbung oder Inserate unbewusst auszublenden.
Desweiteren gibt es bezüglich Logodesign und Anordnung von Elementen eine ganze Liste mit psychologischen Erkenntnissen, die das Surfverhalten massgeblich beeinflussen.

Nachfolgend eine Checkliste, die bei der Umsetzung für eine Webseite herangezogen werden kann:

  1. Aktive Navigation: Inklusive Hover-Effekte und Anzeige des aktiven Navigationsbaumes
  2. Klickbare Labels in Formularen: Auch im Hinblick auf Accessibility für alternative Devices
  3. Möglichst grosse Klickflächen: zur Verbesserung der Bedienerfreundlichkeit
  4. Geführte Prozesse: wie z.B. bei einem Checkoutprozess mit einem Progress-/Prozessbar
  5. Call-To-Action Links und leicht auffindbare Kontaktlinks: Da viele Leute immer noch den konventionellen Weg über das Telefon u.a. suchen
  6. Strikte Trennung von Layout und Inhalten: Im Hinblick auf ein Redesign oder Portierung auf alternative Devices wie Screenreader
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